Feuchte- und Schimmelschäden

Ursachen und Umgang mit Feuchte und Schimmel

Nachfolgend finden Sie FAQ's sowie unser Lexikon, welches zur Zeit im Aufbau ist. Die Artikel, welche Sie dort finden, werden in der nächsten Zeit ergänzt und es kommen laufend weitere Themen hinzu.

Bitte leiten Sie aus den Texten keine Verallgemeinerungen ab. Jeder Befall muss einzeln bezüglich seiner Ursache und Herkunft genauer betrachtet werden.

Wie entsteht Schimmel?

Schimmel braucht zum Wachstum kein (sichtbares) Licht, nur wenig Nahrung und ausreichend Feuchte. Die optimale Temperatur beschleunigt sein Wachstum.

Als Nahrung dient zu Beginn in erster Linie organisches Material, wie es in jedem Hausstaub zu finden ist.

Je höher die Raumlufttemperatur im Verhältnis zur Oberflächentemperatur von Gegenständen oder Bauteilen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Schimmel wachsen kann. Warme Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, die dann an kalten Oberflächen wieder auskondensiert.

Dabei geht es nicht um kurzfristige Temperatur- oder Feuchtespitzen. Schimmel mag es ruhig (wenig Luftbewegung) und braucht einige Zeit, um sein Wachstum sichtbar zu machen.

Je gepflegter, sauberer und somit staubärmer ein Raum ist, desto geringer wird die Gefahr des Schimmelbefalls.

Wie oft muss ich lüften?

In der Regel wird auf diese Frage die Rechtsprechung zitiert. Die meisten Gerichte gehen davon aus, dass es bei einer regelmäßigen Abwesenheit zumutbar ist, zwei bis drei Mal am Tag stoßzulüften. Gedacht ist das folgendermaßen: 1 x vor dem Verlassen des Heims, 1 x bei Wiederkehr und 1 x vor dem Schlafengehen.

Dies hat aber nichts mit den bauphysikalischen Notwendigkeiten zu tun.

Je nach Bausubstanz, Luftdichtigkeit, Nutzungsart, etc. kann es sein, dass zur Vermeidung von Schimmel gar nicht (z. B. bei sehr undichten Fenstern und gut gedämmten Mauerwerk), oder mehr als sechs Mal (z. B. bei sehr dichten und gut gedämmten Fenstern und schlecht gedämmten Mauerwerk) gelüftet werden muss.

Grundsätzlich nicht berücksichtigt ist dabei, dass nach dem Duschen, Kochen, Dampfbügeln, etc. der auftretende Wasserdampf zusätzlich schnellstmöglich nach außen abgelüftet werden muss.

Darf ich Fenster schrägstellen?

Je größer die Öffnungen im Haus sind, desto schneller wird die Luft im Innenraum ausgetauscht. Von daher ist es immer besser, Fenster ganz zu öffnen.

Dennoch können Sie bedenkenlos über schräggestellte Fenster lüften, wenn diese während der kalten Jahreszeit nicht zu lange aufstehen. Dann kann es im Bereich des Sturzes zu einer starken Auskühlung und damit zu einer kondenswasserbedingten Schimmelbildung kommen.

Die maximale Dauer für eine Lüftung über schräggestellte Fenster lässt sich ohne aufwändige dreidimensionale Berechnungen nicht angeben. Als Faustregel gilt: Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto schneller kühlen die Bauteile aus.

Auch hier gilt es folglich, die individuelle Dosis zu finden. Dies können Sie durch Beobachten selbst tun. Fassen Sie das Mauerwerk im Fensterbereich während dem Lüftungsvorgang öfters an. Fühlt sich dieser kalt oder sogar klamm an sollten sie die Fenster umgehend schließen. Und keine übertriebene Sorge: Eine einmalige kurzfristige Auskühlung bringt noch keinen Schimmelbefall.

Was ist Querlüften?

Wenn Sie gleichzeitig mindestens zwei Fenster oder Türen in der Wohnung an unterschiedlichen Hausseiten öffnen und die zwischenliegenden Türen offen stehen lassen, nennt man dies Querlüftung.

Diese sollte während der kalten Jahreszeit häuftg und kurzzeitig erfolgen. Trockene Luft lässt sich leichter beheizen als feuchte und wird wärmer empfunden. Sie verlieren also mit einer kurzzeitigen Lüftung kaum Energie, sondern sparen diese eher ein.

Als Faustregel gilt: Je kälter die Außenluft und je stärker der Winddruck, desto kürzer darf das Lüften sein. Bei Temperaturen deutlich unter 0° C reichen 5 Minuten oft aus. Länger als 15 Minuten sollten es aber während der Heizperiode auf keinen Fall sein, denn dann kühlen die Oberflächen zu stark aus und deren Wiedererwärmung wird kostspielig. Nebenher droht dann auch die Schimmelgefahr.

Muss ich mein Schlafzimmer heizen?

Niemand kann Sie dazu zwingen. Aus gesundheitlicher Sicht ist ein kühler Schlafraum besser als ein warmer, sofern durch die Kühle kein Schimmel an der Wand wächst.

Als Mieter sind sie verpflichtet die Wohnung durch Ihr Verhalten schadensfrei zu halten. Wie Sie das erreichen, bleibt Ihnen überlassen.

Die Erfahrung zeigt, dass Schlafzimmer nicht geheizt werden müssen, wenn diese stets geschlossen bleiben, regelmäßig gut gelüftet und sauber (staubarm) gehalten werden. Dann kann die feuchtwarme Luft aus der Wohnung allenfalls wenig und nur kurz an den Wänden auskondensieren, führt aber nicht zu einem Schimmelbefall.

Energiesparen ist doch gut - oder?

Sicher ist die Einsparung von Energie gut, um unsere Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu schonen. Doch wie bei allem im Leben kann man auch das übertreiben.

So kann die Nachtabsenkung der Lufttemperatur beispielsweise dazu führen, dass die Oberflächen so stark auskühlen, dass diese am Folgetag mit einem deutlich höheren Energieeintrag wieder aufgeheizt werden müssen.

Auch werden unsere Häuser immer sensibler. Je mehr die Bausubstanz auf Energieeinsparung getrimmt und je luftdichter ein Haus gebaut wurde, desto stärker wirken sich Wärmebrücken und Undichtigkeiten auf die Gefahr einer Schädigung aus. Vereinfacht gesagt ist es in der Technik stets so, dass die Steigerung der Effizienz ab einem gewissen Punkt zu einer enormen Steigerung des Schadensrisikos führt. Folglich nimmt auch die Gefahr von hohen mikrobiellen Belastungen durch Schimmel, Bakterien und Hefen immer mehr zu.

Bedenken sollten Sie auch, dass der Aufwand verbrauchte und befeuchtete Luft auf eine angenehme Wohlfühltemperatur zu bringen deutlich höher ist, als dies bei frischer und trockener Luft der Fall ist.

Wer wirklich Energie sparen und gesund leben will lüftet folglich seine Räumlichkeiten während der Heizperiode häufig gründlich und kurz durch.

Gibt es Baumaterialien, welche die Schimmelgefahr reduzieren?

Schimmel mag es sauer. Bieten Sie ihm basisches Material an kann er sich nicht darauf entwickeln. Reine Kalkputze, Silikatplatten und -farben reduzieren die Schimmelgefahr deutlich.

Dennoch sind auch diese kein Allheilmittel. Beispielsweise können Kalkputze Zuschlagstoffe enthalten, die deren schimmelhemmende Wirkung stark reduziert, sie können durch das Altern ihre Alkalität verlieren oder schlichtweg überfordert sein.

Und selbst wenn das Baumaterial gute Eigenschaften hat und von sich aus nicht schimmelt schafft es ein saurer Reiniger die Alkalität so weit herabzusetzen, dass dennoch Schimmel entsteht.

Wer muss die Ursache für einen Schimmelbefall beweisen?

In den meisten Fällen liegt die Beweislast beim Eigentümer, da dieser im Streitfall die Mangelfreiheit seiner Wohnung beweisen muss.

Der Bundesgerichtshof nimmt dazu wie folgt Stellung:

"Die Darlegungs- und Beweislast für einen Mangel der Mietsache ist nach Verantwortungsbereichen verteilt: Der Vermieter muss darlegen und beweisen, dass die Ursache des Mangels nicht aus seinem Pflichten- und Verantwortungsbereich stammt, sondern aus dem Herrschafts- und Obhutsbereich des Mieters. Hat er diesen Beweis geführt, muss der Mieter nachweisen, dass er den Mangel nicht zu vertreten hat. Behauptet der Mieter, die Mietsache sei nach Reparaturversuchen des Vermieters immer noch mangelhaft, so trägt der Vermieter die Beweislast für den Erfolg seiner Mangelbeseitigungsmaßnahmen." (Urteil des Bundesgerichtshofes vom 01.03.2000/ XII ZR 272 / 97 (NJW 2000, 2344 = NZM 2000, 549)

Dies heißt aber nicht, dass Sie als Mieter auf die Hilfe eines Sachverständigen verzichten sollten. Ein qualifiziertes Gutachten hilft Ihnen, mit Ihrem Vermieter sachlich über die Problematik zu sprechen und Ihr eigenes Prozesskostenrisiko im Vorfeld abzuschätzen.

Macht Schimmel krank?

Schimmel kann Allergien auslösen, bei offenen Wunden infektiös wirken, Erkrankungen der Bronchien und Lungen fördern, zu Mykosen führen, etc.

Die Aufgabe des Schimmels ist in der Natur oft die Zersetzung und damit das Recycling von Biomasse für neues Leben. Entsprechend aggressiv kann er sein.

Es gibt aber auch unzählige Arten - in der Literatur geht man von bis zu 1,5 Millionen aus, von denen die wenigsten bekannt und noch wenigere erforscht sind - die für den Menschen normalerweise völlig ungefährlich sind. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Edelschimmel, welche sich auf Käse oder auf bestimmten Wurstsorten finden.

Einige Vertreter können Mykotoxine bilden, die auch dann noch gefährlich sind, wenn der Schimmel bereits abgestorben ist. Noch wichtiger als desinfizierende Maßnahmen ist daher die sorgfältige Feinreinigung eines Schimmelbefalls.

Brauche ich einen Privat- oder einen Gerichtsgutachter?

Der Begriff des Gutachters ist so wenig geschützt wie der des Sachverständigen. Lediglich die Bezeichnung "öffentlich bestellt und vereidigt" dürfen nur die Kollegen tragen, die sich haben bestellen lassen.

Doch auch die öffentliche Bestellung ist nicht an einen einheitlichen Qualifikationsnachweis gebunden und eine Weiterbildung wird oftmals auch nicht verlangt bzw. überprüft.

Wir raten Ihnen daher, vor dem Gang zum Gericht unbedingt ein Privatgutachten einzuholen. Als qualifizierte Gutachter mit langjähriger Berufspraxis können wir neutral und frei arbeiten, ohne an richterliche Weisungen gebunden zu sein. Weiterhin können wir bereits im Vorfeld ermitteln, ob sich das Prozesskostenrisiko lohnt und Ihnen hierdurch möglicherweise viel Geld und Kraftaufwand ersparen.

Da Privatgutachten aber immer als parteiisch gelten, wird im Prozess in den meisten Fällen nochmals ein Kollege direkt vom Gericht beauftragt. Dieser muss unsere Vorarbeiten in seine Arbeit mit einbeziehen und wir können aufgrund unserer vorangegangenen Arbeiten Ihren Anwalt optimal beraten, damit im Rahmen eines Rechtsstreites die Beweisfragen an den Gerichtsgutachter richtig gestellt und seine Ausarbeitung auf Korrektheit überprüft werden kann.

Juristen können Ihren Anspruch von der rechtlichen Seite her bewerten, Baufachleute sind sie aber in den seltensten Fällen. Ein Wenig Grundlagenwissen im baulichen Bereich mag zwar bei Fachanwälten aufgrund Ihrer langjährigen Berufspraxis vorhanden sein, aber spätestens beim Richter fehlen diese in der Regel völlig.

Was kostet ein Gutachten?

Diese Frage lässt sich wirklich nur im Einzelfall beantworten. Der Preis richtet sich nach:

- Anfahrtsweg
- Arbeitszeit für die Durchsicht vorhandener Unterlagen, die Inaugenscheinnahme, Messungen mit Feuchtemessgeräten, Thermographien, Leckageortung, etc.
- eventuelle Laborkosten
- Aufwand für die Erstellung des Berichtes

Grundsätzlich ist der Aufwand deutlich höher, wenn Sie ein gerichtsfestes Gutachten brauchen, als wenn es sich um einen Gütetermin handelt, bei dem alle Beteiligten zugegen und mit den vorgeschlagenen Maßnahmen einverstanden sind.

Gerne erstellen wir Ihnen eine grobe Kostenschätzung vorab, wenn Sie uns kontaktieren. Unsere Kontaktdaten finden Sie oben links auf der Seite.

Feuchte- und Schimmelschäden

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Schimmel muss nicht sein

Staub ernährt ihn, Feuchte braucht er und die Temperatur bestimmt die Wachstumsgeschwindigkeit

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